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BZF – Heimat hochwertiger Buckfastköniginnen

Sommergedanken 2025

Dr. Peter Stöfen
Sommergedanken 2025

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.
Laotse

Liebe Imkerkolleginnen und Imkerkollegen,
liebe Kunden und Freunde unserer Zuchtgemeinschaft,
liebe nichtimkernde Weggefährten!

Auch wenn sich das Bienenjahr für die meisten von uns dem Ende zuneigt, haben wir derzeit noch einmal unsere züchterischen Kräfte gebündelt. Dazu wurden von unseren 60 Drohnenvölkern der Linie B58(DB) die 20 besten entweiselt. Sie wurden allesamt auf ihr SMR-Verhalten geprüft. Die Werte lagen ausnahmslos zwischen 70 und 80 %!  Unsere Drohnenmutter mit einem SMR-Wert von 78 % hat ihren Töchtern dieses Verhalten genetisch weitergegeben.

Zu Beginn möchte ich auf die wichtigsten verwendeten Begriffe in der Varroa-Resistenzzucht kurz  eingehen:

Resistenz: Wenn ein Organismus sich selbst vor Krankheiten schützen kann.

SMR (suppressed mite reproduction): Völker verhindern aktiv die Milbenreproduktion durch folgende Eigenschaften:

HYG: Allgemeines Hygiene-Verhalten, durch den Nadelkissen-Test erkennbar.

VSH: Varroa sensitive Hygiene, Ausräumen  befallener Zellen.

REC: recapping.

Wir verfügen über mehrere dreijährige Königinnen mit einem zweimal getesteten   SMR-Verhalten von über 80%. Von der besten von diesen larven wir seit Ende Juli um. Sie wurde mir von Peter Arndt geschenkt und seit 3 Jahren nicht behandelt. Bei ihm hieß sie B131(PA) Diese Königin wurde in eine neue Beute mit der Nr. 1 umlogiert und taucht nun unter unserem Züchterkürzel im Pedigrees auf. Damit soll unsere neue züchterische Ausrichtung zum Ausdruck gebracht werden.

.22.B1(BZF)/ bzw. B131(PA)frgB58(DB)
.25-B356(DB)ley B601 (TR)

Voraussetzungen für diese relativ späte Begattung sind:

– viele geschlechtsreife Drohnen auf der Belegstelle Friedrichskoog

– das exzellente Pollen- und Nektarangebot der Strandastern im Deichvorland

– und eine schnelle und effiziente SMR-Testung.

Für letzteres ist mein Kollege Dr. Christoph Kaden, assistiert von meiner Frau Telse Huesmann, wie kaum ein zweiter prädestiniert. Ausgestattet mit dem spitzen Skalpell eines Kieferchirurgen wird diese Arbeit mit zahnärztlicher Akribie und Fingerfertigkeit durchgeführt. Entscheidend für die Schnelligkeit ist, dass eine zweite Person Protokoll führt, ohne dass er die Augen vom Mikroskop zu nehmen braucht. Diese Arbeitseffektivität konnten die beiden einer erstaunten Imkerschaft bereits eindrucksvoll vor Augen führen.

Es besteht unserer Ansicht nach dringender Handlungsbedarf! Nach wie vor bereiten uns die Milben und immer mehr die damit verbundenen viralen Sekundärinfektionen Probleme. Sie werden nicht geringer und sind die eigentliche Herausforderung unseres imkerlichen Handelns.

An dieser Stelle seien vier Gründe für die Varroaresistenzzucht exemplarisch aufgeführt:

Die Endlichkeit der Wirksamkeit synthetischer Mittel zeichnet sich immer deutlicher ab. Diese Einsicht wird, so meine Meinung als Arzt, auch die konventionelle Medizin zukünftig komplett verändern!

– Derzeit sind betriebstechnische Methoden wie z.B. eine totale Brutentnahme oder auch das Bannwabenverfahren das Mittel der Wahl. Letztlich verfolgen alle das Ziel einer Brutunterbrechung. Der zeitliche Aufwand ist immens und belastet vor allem die Rentabilität von Inkereien, welche vom Honigverkauf leben.

Die sog. Virulenz nimmt ständig zu. Ob sie von Milben oder von Viren verursacht wird, ist in diesem Zusammenhang nicht von praktischer Bedeutung Das heutige Krankheitsbild scheint allerdings mehr durch Viren geprägt zu sein, denn anfänglich kamen unsere Bienen auch mit großen Milbenmengen gut zurecht.

Unter dem Druck einer Behandlung scheint sich das Mutationsveralten der Viren zu erhöhen. Diese Vermutung wurde mir von einem befreundeten Virologen bestätigt. Diese Frage ist in der virologischen Wissenschaft allerdings umstritten. Der Zusammenhang zwischen Milben und Viren hin gegen ist unumstritten. Ohne Milben keine praxisrelevanten Virenprobleme. Derzeit sind die Viren in einem Bienenvolk nicht direkt behandelbar.

Fazit: Es bleibt nur der Behandlungsweg über eine effektive Milbenreduzierung. Einer davon ist die züchterische Bearbeitung der Biene. Er ist erfolgversprechend und wird von vielen engagierten Imkern verfolgt. Wie schon in unserem Frühjahrsbrief 2025 detailliert ausgeführt, hat mich letztlich die Arbeit von Paul Jungels motiviert, diesen Weg konsequent und mit klarem Ziel zu gehen!
Ende Juli ist davon auszugehen, dass Großteile der Brut parasitiert sind. Auch die beste SMR-Königin kann zu diesem Zeitpunkt ein Volk nicht mehr retten, wenn man sie jetzt zusetzt. Ihre Töchter ersetzen erst in 6 bis 8 Wochen die alten Bienen. Das sind biologische Gesetzmäßigkeiten, die einen davor bewahren sollten, auf Wunderdinge zu hoffen! Allerdings macht es Sinn, nach erfolgreicher Behandlung jetzt im Herbst oder im nächsten Frühjahr seine Völker mit SMR-Königinnen zu beweiseln. Wir werden wie jedes Jahr im Mai von uns eine begrenzte Anzahl überwinterter SMR-Königinnen anbieten. Sie können Sie jetzt schon in unserem Shop zum Vorzugspreis von EUR 169,- erwerben.

WICHTIG! Wir zählen sehr sorgfältig die Völker der Mütter unserer Anpaarung aus! Die Überprüfung jedes Volkes einer von uns verkauften Königin können wir in unserem Betrieb nicht leisten. Auch würde das die Kosten für eine einzelne Königin explodieren lassen. Allein aus juristischen Gründen machen wir daher keinerlei Aussagen über eine Varroa-Resistenz der gelieferten Töchter.

Zum Abschluss noch ein Wort zu unserer Belegstelle:

Die Belegstelle auf der Halbinsel Friedrichskoog wird gemeinsam von Peter Arndt und mir betrieben. Es ist ein gesetzlich geschützter Bezirk, durch welchen gesichert ist, dass eine Bienenhaltung westlich der Bundestraße 5 nicht erlaubt ist. Aus unserer Sicht wäre eine kontrollierte väterliche Anpaarung ohne diesen ministeriellen Schutz nicht möglich.

Der Schutz ist auf unserer Belegstelle auf ca. 12,5 km landeinwärts erweitert worden. Angesichts eines nahezu konstanten Westwindes und hunderter von Windkraftanlagen ist ein Zuflug fremder Drohnen faktisch auszuschließen. Im Ergebnis ist aus unserer Landbelegstelle so eine Belegstelle mit den positiven Eigenschaften einer Inselbelegstelle geworden. Nur mit dem Vorteil der einfacheren Erreichbarkeit und damit verbunden der Möglichkeit, dort im größeren Maßstab zu arbeiten. Die Notwendigkeit eines solchen Schutzbezirkes für eine erfolgreiche Zucht ist einem Teil der Imker leider nicht vermittelbar.
Jeder Imker mag selbst beurteilen was diese Sicherheit einer kontrollierten Anpaarung für ihn und seine Bienen bedeutet! Denn jeder Imker ist für den Gesundheitszustand seiner Völker selbst verantwortlich.

Seien Sie gespannt auf die B1!
Diese Königinnen können sie als Überwinterte in begrenztem Umfang ab Mai 2026 bei uns beziehen. Selbstabholer können auch schon im April erste Königinnen bekommen. Bestellungen wie üblich bitte ab Anfang Oktober über unsere Homepage oder auch einfach per E-Mail.

Innerhalb Deutschlands versenden wir nach wie vor ausschließlich mit DHL Express, um die Zustellung am nächsten Tag zu garantieren. Unseren Kunden in Großbritannien und Frankreich bieten wir ab der nächsten Saison die Möglichkeit, unsere Königinnen ebenfalls „über Nacht“ zu beziehen. Dazu liefern wir zu bestimmten Terminen größere Mengen direkt an – selbstverständlich in Übereinstimmung mit den geltenden Tiertransportregularien (TRACES) der EU – bevor sie dann von unseren Partnern innerhalb der Länder per Übernachtexpress weitergeschickt werden.

Herzlichst, Ihr Dr. Peter Stöfen

Die Datei als pdf: 2025-Sommergedanken

 

 

 

 

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