Zuchtphilosophie
Unsere Imkerei nahm vor ca. 20 Jahren ihren Ausgang mit 2 Völkern. Heute hat sich daraus ein moderner Zuchtbetrieb entwickelt, an dem mein Herz und meine Leidenschaft hängen. Auch wenn unser Betrieb straff organisiert und nach landwirtschaftlich optimierten Produktionstechniken durchgeplant ist – allein mit Verstand und Rationalität kann man nicht imkern! Wie überall in der Tierzucht ist ein hohes Maß an Tierverstand und Instinkt notwendig, beide Dinge kann man nur bis zu einem gewissen Grad erlernen. Ganz besonders gilt diese Aussage für die Bienen, denn viele Zuchtparameter sind nicht objektiv zu messen wie etwa die Milchleistung oder tägliche Zunahmen und werden von den verschiedenen Züchtern sehr unterschiedlich bewertet. Insofern ist die Bienenzucht etwas sehr individuelles und jeder Königinnenzüchter hat seine persönliche Handschrift. Jeder von uns würde anders selektieren. Die meisten Imker allein auf homogenes Äußeres und auf Sanftmütigkeit. Unser wissenschaftlicher Berater in der Europäischen Gemeinschaft, Prof. Dr. Job van Praagh, drückt es folgendermaßen aus:

Make your bee, make your best!



Eine ernsthafte und seriöse Zucht basiert zum allergrößten Teil auf den Qualitäten des Selektierers. Gute, weitsichtige Selektierer gibt es extrem wenige. Mir sind vielleicht 4-5 bekannt. Diese können sich bis zu einem gewissen Grad auf ihren Bauch verlassen. Uns übrigen bleibt nur der Weg, die Töchter einer guten Königin auf Belegstellen bzw. über die künstliche Besamung unterschiedlich anpaaren zu lassen. Dieser Weg ist mühsamer, aber er kann genauso erfolgreich sein. Spätestens dann wird klar, dass nicht alle Anpaarungen optimal sind. Andererseits gibt es natürlich positive Überraschungen, die alle Erwartungen übertreffen.

Zum Glück haben wir z.B. in der Buckfast-Zucht genügend gute Belegstellen, excellente Besamer, und was fast noch wichtiger ist: wir haben ein gutes Netzwerk aufgebaut, tauschen untereinander kooperativ Königinnen aus und von einem Zuchtkoordinator wird das ganze betreut. Es bedarf eines Kopfes bzw. einer Zentrale. Und auch wenn wir Imker das in aller Regel nicht mögen, da wir doch alle zu sehr Individualisten sind, bin ich mir sicher, dass sich dieser Aufwand lohnt.
Diese freundschaftliche Vernetzung mit international anerkannten Züchtern ist einer der großen Vorteile unseres Betriebes. Durch den Austausch von Königinnen und dem Besuch verschiedener Belegstellen können wir indirekt auf viele Völker zurückgreifen, und unsere Zucht auf eine breite Basis stellen.

Wir legen ausgesprochenen Wert darauf, eben kein reiner Vermehrungsbetrieb zu sein, sondern wir möchten nach wie vor anhand unserer eigenen Honigvölker die letzte Selektionsstufe selbst vornehmen und davon nachziehen. Beide Abteilungen werden jedoch völlig unabhängig voneinander geführt, die Honigabteilung übergibt lediglich ausgewählte Königinnen für die Zucht. Ein reiner Vermehrungsbetrieb ohne eigene Honigwirtschaftsvölker wäre immer auf fremdes Zuchtmaterial angewiesen, das er selbst nicht kennt und lediglich vermehrt. Je mehr Völker man hält, desto höher ist naturgemäß die Wahrscheinlichkeit, eine „Perle“ zu finden. Folgerichtig imkern alle bedeutenden Buckfastzüchter mit einer hohen, im dreistelligen Bereich liegenden Völkerzahl.

In dem Organigramm unserer Imkerei sind die aufgezeigten Strukturen und Zusammenhänge noch einmal graphisch zusammengefasst.

Neben allen wirtschaftlichen Interessen muss es unser Hauptanliegen sein, alles dafür zu tun, dass unsere Bienen auch weiterhin einen dauerhaften Platz auf diesem Planeten haben. In diesem Sinne tragen wir Imker eine große Verantwortung, über die Betriebsweise und natürlich über die Zucht. Bienenzucht ist ihrem Wesen nach eine Verdrängungszucht, wenn man z.B. allein auf Sanftmütigkeit und Schwarmträgheit selektiert, nimmt zwangsläufig die Vitalität und Gesundheit ab. Trotzdem leisten wir uns fast alle den Luxus der Sanftmütigkeit, wohl wissend um die möglichen Folgen.

Anders wäre bei uns in Deutschland ein Imkern in dicht besiedelten Regionen nicht möglich. Es ist ein magisches Viereck zwischen Honigertrag, Sanftmütigkeit, Schwarmträgheit und Lebenskraft. Wobei die Leistung immer die logische Folge ist, wenn alles andere stimmt. Trotzdem sollte man bei der Bienenzucht wie überall im Leben Ziele haben, ansonsten gleicht man einem Schiff auf hoher See ohne Kompass. Vitalität und Gesundheit werden wahrscheinlich zunehmend wichtiger für unsere züchterischen Bemühungen werden.

Als gelernter und studierter Landwirt führe ich unsere Imkerei so, wie ich wahrscheinlich den väterlichen Hof geführt hätte. Heute bin ich ein imkernder Bauer geworden, dafür bin ich dankbar, denn in der heutigen chemie- und techniklastigen Landwirtschaft wäre für mich kein Platz mehr gewesen. Die Bienen sind tatsächlich für mich die Poesie der Landwirtschaft, um mit August von Berlepsch zu sprechen. Der Beruf des Imkers scheint für meine Person in vieler Hinsicht maßgeschneidert: der subtile und feinsinnige Umgang mit Lebewesen im Einklang mit der Natur und der Schöpfung; die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten unabhängig von staatlichem Dirigismus und Reglementierungen; die eigene Betriebsweise immer wieder im Sinne der Bienen und der Arbeitssystematik zu überdenken und nicht zuletzt die absolute Notwendigkeit, sein gesamtes Tun wirtschaftlichen Überlegungen zu unterwerfen.

In diesem Sinne betrachte ich es als eine glückliche Fügung, Imker geworden zu sein, und bin froh und dankbar dafür, dass ich über diesen Umweg zu meinen Wurzeln zurückkehren konnte. In leichter Abwandlung zu Goethe: „Glücklich ist, wer die Mitte seines Lebens mit dem Anfang verknüpfen kann“.

Die genauen Abstammungen aller genannten Linien wollen sie bitte den Pedigrees auf der Website der Europäischen Buckfastzüchter entnehmen:
http://www.fundp.ac.be/~jvandyck/homage/elver/

Deutlich möchten wir an dieser Stelle zum Ausdruck bringen, dass Sie bei uns auschließlich Königinnen aus unserer eigenen Zucht bekommen und dass wir uns von Importen deutlich distanzieren.


http://perso.fundp.ac.be/~jvandyck/homage/elver/pedgr/ped_BZF_2011.html
 
 
  Imkerei Dr. Peter Stöfen
Buckfast-Zuchtgemeinschaft Friedrichskoog,
Am Rathaus 18, 25693 St. Michaelisdonn

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