Unsere Belegstelle
Unsere Belegstelle auf der Halbinsel Friedrichskoog (Foto) ist auf drei Seiten von Wasser umgeben. Im Norden die Dithmarscher Bucht, im Westen die Nordsee und im Süden die Elbe. Die Durchschnittswindgeschwindigkeit beträgt ca. 6,8 m/s und ist damit mit am höchsten in Deutschland. Die Winde kommen zu 90 % aus westlichen Richtungen. Da Drohnen nicht in der Lage sind, längere Distanzen gegen den Wind zu fliegen, entfällt somit weitestgehend ein Zuflug von Fremddrohnen aus dem Landesinneren.

In einem landeinwärts gerichteten Radius von 12,5 km besteht seit 2004 ein gesetzlicher Belegstellenschutz. Zusätzlich haben wir die Völker aller Imker im Radius ab 12,5 km bis ca. 16 km mit Königinnen unserer Zucht umgeweiselt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Köge im südlichen Dithmarschen imkerliches Niemandsland, weil es keine lohnenden Trachten gab und aus diesem Grund auch keine Einwände gegen die Schaffung eines Schutzgebietes seitens der Imker eingelegt wurden. Heute sind wir in der glücklichen Lage, dass in unmittelbarer Nähe der Belegstelle ausreichend Raps angebaut wird und im neugeschaffenen Nationalpark sich eine imkerlich interessante Flora entwickelt, wie z. B. die Ansiedelung des Strandflieders.



Um überhaupt von einer Belegstelle sprechen zu können, halten wir einen Mindestabstand von 10 km zu anderen Imkern für zwingend erforderlich. Alles andere wäre eine bessere Standbegattung. Heute wäre es wegen der verbesserten Trachtbedingungen nicht mehr möglich gewesen, das Schutzgebiet in diesem Ausmaß zu etablieren.

Warum überhaupt Zucht über die Vaterseite auf einer Belegstelle?

Um unsere Imkereien auf eine wirtschaftlich gesunde Basis zu stellen und sicher zu stellen, dass sie überhaupt überleben, kann es zusammenfassend nur ein übergeordnetes züchterisches Kriterium geben:

Mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Honig ernten!

Erst dadurch wird eine Kombinationszucht möglich. Die Natur selektiert nur auf Überleben! Zuchtziele lassen sich relativ schnell, vor allen Dingen in Verbindung mit der künstlichen Besamung, erreichen. Wir glauben frühestens in der F8 eine weitgehende Erbfestigkeit erreicht zu haben. Nur solche Linien werden als Vatervölker auf der Belegstelle aufgestellt. Bei einer kleinflächigen Zucht nur über mütterliche Selektion (sog. Basiszucht) würde das schätzungsweise 20 Generationen bzw. 20 Jahre dauern.

Auf einer Belegstelle können problemlos mehrere tausend Königinnen produziert werden. Diese Stückzahlen über eine künstliche Besamung zu schaffen, wäre wahrscheinlich arbeits- und kostenintensiver. Das eine braucht das andere jedoch nicht auszuschließen, sondern muss sich sinnvoll ergänzen. Die züchterisch aktiven deutschen Großimkereien ziehen allerdings die Zucht auf Belegstellen vor, wenn es ihnen möglich ist.

Vielleicht messen sie auch der Tatsache Bedeutung zu, dass bei der natürlichen Begattung nur die stärksten und vitalsten Drohnen zum Zuge kommen. Das stellt eine natürliche, von Menschen unbeeinflusste, Form der Selektion dar. Allerdings ist es auch schwer, diesen Vorteil am Honigertrag zu messen.

Das Erreichen von Zuchtzielen mit einer hohen genetischen Verankerung (wie z. B. die Schwarmsucht) wäre aus deutscher Sicht nur schwer ohne eine gute bzw. mehrere gute Belegstellen zu erreichen. Nicht jede Königin kann von einer Belegstelle kommen, deshalb ist eine Basiszucht über die mütterliche Seite mit Standbegattung die konsequente und logische Fortsetzung der Zucht. Ausnahmslos verfahren unsere Profis so.

Ziel einer jeden Belegstelle ist es, zu jedem Zeitpunkt der Begattungsperiode für ausreichend viele, vitale und zeugungsfähige Drohnen einer bestimmten Zuchtrichtung Sorge zu tragen. Das ist meine eigentliche Aufgabe in unserer Imkerei. Die erfolgreiche und verantwortungsvolle Führung einer Belegstelle ist ein „Full time Job“, der ein hohes Maß an imkerlicher Erfahrung und Fingerspitzengefühl voraussetzt. Der Nachteil gegenüber einer Inselbelegstelle bezüglich des Zuflugs fremder Drohnen läßt sich nach unserer Meinung gut durch den Aufbau eines hohen natürlichen Drohnendrucks ausgleichen. Wir sind inzwischen sicher, dass unsere Belegstelle bezüglich der Sicherheit alle Voraussetzungen zur züchterischen Weiterentwicklung der Buckfastbiene aufweist. Unsere Zuchterfolge sprechen für sich.

Auf einem großflächigen, windgeschützten Areal von ca. 2 ha Größe ist eine lockere Aufstellung der Begattungskästen möglich. Durch den Winterraps werden die Drohnenvölker bis zum Ende der Blüte mit einem Übermaß mit Pollen und Nektar versorgt. In fast allen Jahren bescheren uns Pfeifenten (Anas penelope) und Ringelgänse (Branta berniclas) eine zusätzliche Tracht, indem sie Ende März weite Teile der gerade ausschießenden Rapsflächen über Nacht dem Erdboden gleich gemacht haben. Der Raps blüht dadurch faktisch zweimal bis weit in den Juni hinein. Das Belegstellenmanagement ist für uns in solchen Jahren ungleich einfacher geworden. Meine befreundeten Landwirte sehen diese Trachtverbesserung naturgemäß völlig anders.

Nach der Rapsblüte wird grundsätzlich mit Futterteig von unten gefüttert, um etwaige Trachtlücken und Schlechtwetterperioden zu überbrücken. Die Drohnen müssen zu jedem Zeitpunkt ihres kurzen Lebens mit den Füßen im Nektar stehen! Wir gehen jedoch davon aus, dass die Versorgung mit Nektar und Pollen im eigentlichen Sommer durch einen in unmittelbarer Nähe liegenden Wildacker, hauptsächlich jedoch durch die außendeichs liegenden großflächigen Blühflächen im Nationalpark gewährleistet ist. Damit ist eine optimale Kondition unserer über 40 Drohnenvölker während der gesamten Begattungsperiode gewährleistet. In Jahren mit Verbissschäden stehen bis zu 60 Drohnenvölker im Friedrichskoog. Wir können diesen hohen "Drohnendruck“ nur deshalb aufbauen, weil durch den geernteten Rapshonig, die wirtschaftliche Führung einer Belegstelle vereinfacht wird.

Die Führung von Drohnenvölkern und die Führung von Wirtschaftsvölkern sind zwei völlig verschiedene Dinge. Aus diesem Grund werden die Zuchtabteilung und die Produktion von Honig separat voneinander geführt. Zucht und Vermehrung lassen sich niemals mit einem maximalen Honigertrag vereinbaren! So werden beispielsweise ab Anfang April zeitlich versetzt Drohnenrähmchen ans Brutnest gehängt. Ab ca. dem 25. Mai verfügen wir dann über ausreichend Drohnen verschiedener Altersstufen. Die Benutzung des Absperrgitters verbietet sich, um den Freiern während längerer Schlechtwetterperioden Schutz vor aggressiven älteren Damen zu bieten. Selbstverständlich verbleibt ein Teil des Honigs bei den Völkern. Anfang Juli werden alle Drohnenvölker grundsätzlich entweiselt, die Drohnen dürfen sich dann bis Ende Juli/Anfang August einer besonders guten Pflege erfreuen. Da uns danach die Begattungsergebnisse nicht mehr überzeugt haben, schließen wir die Belegstelle ab Ende Juli.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für das erfolgreiche Funktionieren einer Belegstelle ist die Anzahl der aufgestellten Begattungseinheiten in Relation zu den Drohnenvölkern. Bis zum Ende der Rapsblüte beschränken wir uns strikt auf 15, danach werden lediglich 10 Begattungseinheiten pro Drohnenvolk aufgestellt. Drohnen können nie genug auf einer Belegstelle sein! Anders gesagt, es dürfen zu keinem Zeitpunkt zu viele Begattungseinheiten aufgestellt werden.

Unsere Belegstelle steht grundsätzlich allen interessierten Königinnenzüchtern offen. Wir bitten um konsequentes Beachten der üblichen Regeln und Vorschriften, insbesondere um die Vorlage eines Gesundheitszeugnisses. Anlieferung und Abholung ausschließlich nach vorheriger Anmeldung jeweils am Samstagmorgen zwischen 10 °°- 12°° Uhr. Wir bitten ebenfalls um Verständnis, dass wir - wie auf allen anderen Belegstellen auch üblich - keine Sonderwünsche berücksichtigen können. Alle Details zu Beschickung und Anmeldung schicken wir Ihnen auf Wunsch gerne zu. Sie können sich das Dokument aber auch hier herunterladen:

Belegstelleninfo

Weitere Angaben zu unserer Belegstelle entnehmen Sie bitte unserem Belegstellenbericht, den wir teilweise in Zeitschriften veröffentlichen oder ab dem jeweiligen Herbst in unsere Website unter der Rubrik „Berichte“ veröffentlichen. Darüber hinaus werden wir zukünftig versuchen, möglichst viele Details unserer Belegstellenarbeit in die Rubrik "News" zu stellen.

Unseren Kunden, die per E-Mail erreichbar sind, wird der Belegstellenbericht zusätzlich im Herbst zugesandt.



 
 
  Imkerei Dr. Peter Stöfen
Buckfast-Zuchtgemeinschaft Friedrichskoog,
Am Rathaus 18, 25693 St. Michaelisdonn

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